Scheibenwischer

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Der Scheibenwischer hat die Aufgabe,die Windschutzscheibe frei von Regen zu halten und im Bedarfsfall, mit Zuhilfenahme der Scheibenwaschanlage, diese auch zu säubern.

Aufbau

Der gesamte Scheibenwischer besteht seit 1963 aus einem Elektromotor mit angeflanschtem Getriebe und von der Ausgangswelle abgehend ein kunststoffgelagertes Gestänge. Dieses bewegt 2 Wischerachsen, wo auf einen Vielzahn die Wischerarme aufgesteckt sind. Es gibt einen alten, eckigen Motor ohne Endabschaltung und einen moderneren, runden Motor mit inegrierter Endabschaltung in Parkposition.


Das Scheibenwischergetriebe mit Hand- und Tachowellenantrieb.

Vor 1963 wurde der Scheibenwischer rein mechanisch über die Tachowelle und ein Getriebe am Tacho, der an der linken unteren Windschutzscheibenecke angeordnet war, angetrieben. Für Wischerbetrieb bei stehendem Fahrzeug war ein zusätzlicher Handhebel vorhanden.

Einbauort

Der Scheibenwischerantrieb, wie er nach Demontage der Armaturenbrettverkleidung sichtbar wird.

Eingebaut ist der Scheibenwischerantrieb auf einem Trägerblech am unteren Rand der Windschutzscheibe, durch die Armaturenbrettverkleidung und Warmluftdüse verdeckt.

Funktion

Die Drehgeschwindigkeit des Elektromotors wird über das Schneckengetriebe reduziert. Der an der Getriebeausgangswelle befestigte Hebel beschreibt volle Umdrehungen und überträgt diese über die Koppelstangen auf die Wischerachsen. Der Arbeitsbereich der Scheibenwischerarme wird durch das Längenverhältnis der Hebel auf dem Wischermotorgetriebe und den Wischerachsen definiert.

Betrieb

Störungen und Probleme

  • Gerissene Wischergummis erzeugen schnell starke Kratzer auf der Windschutzscheibe.
  • Eindringendes Wasser und Korrosion können die Wischerachsen blockieren
  • Alternde Dichtgummis unter den Rosetten der Wischerarme können Wasser in den Scheibenrahmen eindringen lassen, was dort Rost begünstigt.
  • Durch gelöste, wegkorrodierte oder gebrochene Splinte können die Koppelstangen von ihren Aufnahmen rutschen, der mechanische Antrieb der Scheibenwischer ist unterbrochen
  • Die Halteschraube des Hebels auf dem Wischermotorgetriebe kann sich lösen und der Hebel von der Getriebeachse rutschen
  • Die Kontaktbahnen im Wischermotorgetriebe können korrodiert oder durchgescheuert sein. Dadurch kann der Scheibenwischer gar nicht mehr anlaufen, oder nicht mehr in die Endposition zurück gehen.

Funktionsprüfung

Zur Funktionsprüfung kann es erforderlich sein, zumindest an den Vierfachstecker des Scheibenwischermotors heranzukommen. Dazu muss mindestens die Armaturenbrettverkleidung abgebaut werden. Eine erste elektrische Funktionsprüfung kann schon an den Steckkontakten des Scheibenwischerschalters erfolgen, dafür müssen am 2CV keine Teile demontiert werden.

Prüfung am Scheibenwischerschalter

  • Zündungsplus am schwarzen Flachstecker? Wenn nicht, Sicherung Nr. 2 (blaue Kennzeichnung, 16A Sicherung) prüfen.
  • Bei nicht betätigtem Schalter muss Durchgang zwischen den Steckzungen für den blauen und weißen Flachstecker vorhanden sein, bei betätigtem Schalter zwischen denen für den blauen und schwarzen Flachstecker. Beim Wiederaufstecken der Flachstecker unbedingt auf die richtige Position achten! Falsche Position kann zu Kontakt zwischen schwarzem und weißem Flachstecker führen, was ein Kurzschluss ist und hoffentlich nur die 16A Sicherung (blau) durchbrennen lässt.
  • Externe Spannung 12V am blauen Flachstecker anlegen. Der Scheibenwischermotor sollte dann anlaufen.

Prüfung am Stecker

Der Scheibenwischermotor ist mit einem Vierfachstecker am Hauptkabelbaum angeschlossen. Die Kabelfarben am Stecker sind zwar gleich, aber an unterschiedlichen Steckplätzen im Stecker angeordnet:

Kabelbaumseitig <-> Wischermotorseitig
Blau <-> Weiß (Spannungsversorgung)
Grau <-> Schwarz (Masse)
Weiß <-> Grau (Endabschaltung)
Schwarz <-> Blau (Endabschaltung)
In den Stromlaufplänen der Werkstattliteratur werden die kabelbaumseitigen Farben bis zu den Anschlüssen am Scheibenwischermotor angegeben; der Switch am Stecker ist nicht dokumentiert.


Die Durchgangs- und Widerstandsprüfung orientiert sich an den Kabelfarben am Scheibenwischermotor bzw. am wischermotorseitigen Steckerteil. Die Angaben unterscheiden sich somit von den Farbbezeichnungen im Original-Stromlaufplan.

  • Kein Durchgang von Blau nach Grau, Schwarz oder Weiß
  • Kein Widerstand zwischen Schwarz und Grau (kann in Realität wenige Ohm betragen)
  • Messwerte zwischen 25 und 85 Ohm zwischen Weiß und Schwarz bzw. zwischen Weiß und Grau

Diese Werte gelten für den runden Scheibenwischermotor in Endposition (Endabschaltung aktiv)!

Arbeiten am Scheibenwischer

Werkzeug

  • Gabel- oder Ringschlüssel SW 20 für die Muttern der Wischerachsen
  • Nuss, Gabel- oder Ringschlüssel SW 10 für die zwei unteren Halteschrauben M7x25

Ausbau

  • Wischerarme von der Keilverzahnung der Wischerachsen abziehen, Muttern auf den Wischerarmen lösen und mitsamt Chromrosette und Gummidichtung abziehen.
  • Im Innenraum Armaturenbrett lösen und etwas zur Seite drücken, Armaturenbrettverkleidung und Defrosterdüse ausbauen.
  • Kabelbaum am Vierfachstecker trennen.
  • Zwei Schrauben M7x25 unter dem Elektromotor lösen
  • Scheibenwischerantrieb nach innen unten abziehen.

Der Einbau erfolgt in umgekehrter Reihenfolge.

Demontage

Runder Wischermotor

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Das ausgebaute Halteblech des Wischerantriebes mit aufgearbeiteten Bauteilen. Wichtig ist beim zerlegen die 0-Stellung zu merken, sonst wird irgendwie gewischt.

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Hier das geöffnete Getriebe mit Schnecke und Kunststoffgroßrad. Auf diesem sind Messingbahnen eingearbeitet, die mittels Schleifer für die Endabschaltung in Parkposition sorgen.

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