Öleinfüllstutzen

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Öleinfüllstutzen eines 602ccm Motors
Alter Öleinfüllstutzen eines 435ccm Motors
Alter Deckel des Öleinfüllstutzens eines 425ccm Motors

Der Öleinfüllstutzen dient der Befüllung und Entlüftung des Kurbelgehäuses.

Aufbau

Der Öleinfüllstutzen befindet sich an dominanter Stelle vorne oben am Motorblock, über dem Ölkühler und vor dem Vergaser. Er ist mit 2 Schrauben à 12mm Schlüsselweite befestigt und mit einer Flachdichtung zum Motorgehäuse hin abgedichtet. Die rechte Schraube trägt zusätzlich die Abstützung der Lichtmaschine.

Mit einem kleinen Rohr und Gummischlauch ist der Öleinfüllstutzen mit dem Ölpeilstabrohr verbunden, über diese Verbindung werden Öldämpfe und Luft aus dem Kurbelgehäuse abgesaugt. Im Ölfilter ist ein Schnüffelventil eingebaut, das Öltropfen aus den Dämpfen abscheidet und wieder ins Kurbelgehäuse abfließen lässt. Über einen größeren Gummischlauch weiter oben ist der Öleinfüllstutzen mit dem Luftfilter verbunden, hierdurch wird die Luft aus dem Kurbelgehäuse in den Ansaugtrakt abgesaugt und in die Verbrennungsluft zugeführt.

Funktion

Im Betrieb sorgt das Schnüffelventil im Ölfilter für ein abgesenktes Druckniveau im Kurbelgehäuse. So können Verbrennungsgase, die an den Kolbenringen vorbei gelangen, im Motor keinen Überdruck erzeugen der schädlich wäre für die Motordichtungen. Zudem kann durch das abgesenkte Druckniveau unverbranntes Benzin leichter aus dem Motoröl ausdampfen.

Trotz des Schnüffelventils entsteht im Kurbelgehäuse dennoch bei jeder Umdrehung kurzzeitig ein deutlich höherer Druck als der Umgebungsdruck, da das Luftvolumen im Kurbelgehäuse durch das Boxerprinzip stark schwankend ist: Sind die Kolben in OT, ist das Lufvolumen im Kurbelgehäuse um den Gesamthubraum des Motors größer, als wenn sich die Kolben in UT befinden.

Störungen und Probleme

  • Stark ölnasser Luftfilter ist ein Indiz für ein defektes Schnüffelventil. Eine andere mögliche Ursache sind verschlissene Kolbenringe und stark erhöhte blow by Gase, was aber unabhängig vom Öleinfüllstutzen ist.
  • Milchig-weißer emulsionsartiger Schleim innen am Öleinfüllstutzendeckel ist ein Indiz für stark erhöhten Wasser- oder Benzingehalt im Motoröl.
  • Ein verbogener oder erlahmter Spannbügel am Öleinfüllstutzendeckel kann ihn im Motorbetrieb aufspringen lassen. Herausgeschleudertes Motoröl kann den Ölstand im Motor gefährlich absenken, und ggf. zudem die Scheibenbremsen verschmutzen (verölen).

Funktionsprüfung

  • Prüfung des Spannbügels: Er muss kräftig zuschnappen und im geschlossenen Zustand kräftig am Öleinfüllstutzen anliegen.
  • Prüfung des Schnüffelventils: Druckmessung im Kurbelgehäuse (kommt noch)

Arbeiten

Werkzeug

  • Gabel- oder Ringschlüssel oder Stecknuss SW 12

Ausbau

Demontage

Wiederherstellung